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Die Wasserstraße wird von beiden Seiten digital

Flows berichtet über die Digitalisierung des Binnenwasserstraßennetzes in Flandern und nennt Seafar einen Pionier des Smart Shipping. Netz und Schiff werden nun gemeinsam digital.

1. Juli 2026 5 Min. LesezeitQuelle: Flows
Operator in einem Remote-Kontrollzentrum von De Vlaamse Waterweg, der Schleusen und Brücken auf mehreren Bildschirmen überwacht
Ein Remote-Kontrollzentrum von De Vlaamse Waterweg. © De Vlaamse Waterweg

Ein jüngst erschienener Artikel im Fachmagazin Flows beschrieb, wie die Digitalisierung die Binnenschifffahrt in Flandern umgestaltet. Er beschreibt ferngesteuerte Schleusen und Brücken, einen digitalisierten Binnenschifffahrts-Schalter und Schiffe, die vom Land aus betrieben werden. De Vlaamse Waterweg treibt die Digitalisierung des Wasserstraßennetzes selbst voran, und der Artikel nennt Seafar einen Pionier der Smart-Shipping-Technologie.

Neben dem Netzbetreiber erwähnt zu werden, ist einen Moment wert, denn es verweist auf etwas Größeres als jede einzelne Partei. Die Wasserstraße wird jetzt aus zwei Richtungen gleichzeitig digital: das Netz und das Schiff.

Zwei Hälften derselben Verschiebung

Diagramm der digitalen Wasserstraße: Netzinfrastruktur und Schiffe treffen sich an der Wasserlinie
Netz und Schiff, digital auf beiden Seiten der Wasserlinie.

Den größten Teil ihrer Geschichte behandelte die Binnenschifffahrt Wasserstraße und Schiff als zwei getrennte Welten. Die Infrastruktur – Schleusen, Brücken und Verkehrsmanagement – wurde von der Behörde verwaltet. Das Schiff wurde vom Schiffsführer an Bord betrieben. Beide koordinierten sich per Funk und Routine, aber jedes für sich war weitgehend analog.

Diese Trennung schließt sich. Während De Vlaamse Waterweg die Infrastruktur des Netzes unter Fern- und digitale Verwaltung stellt, wird die Umgebung, in der ein Schiff fährt, zu etwas, das als Daten gelesen, koordiniert und verwaltet werden kann. Und während Schiffe selbst in die Lage versetzt werden, vom Land aus betrieben zu werden, wird das Schiff Teil desselben vernetzten Bildes statt einer eigenständigen Einheit, die hindurchfährt.

Der Rhein befördert jährlich etwa 285 Millionen Tonnen Fracht und ist damit die verkehrsreichste Binnenwasserstraße Europas. Bei Duisburg passiert Tag und Nacht etwa alle sieben Minuten ein Schubleichter. Auf dem Korridor zwischen Rotterdam und der deutsch-schweizerischen Grenze hat die Binnenschifffahrt rund 40 % des Verkehrs in Tonnenkilometern – vor der Straße mit 38 % und der Schiene mit 22 %.
ZKR, 2024; Eurostat, 2023
285 Millionen Tonnen Binnenschiffsfracht pro Jahr – alle sieben Minuten passiert ein Schubleichter
285 Mio. Tonnen pro Jahr – ein Schubleichter alle sieben Minuten. Quelle: ZKR, 2024.
Modaler Anteil Rheinkorridor: 40 % Wasserstraße, 38 % Straße, 22 % Schiene
Modaler Anteil Rheinkorridor. Quelle: Eurostat, 2023.

Ein digitales Netz und ein digital betreibbares Schiff sind zwei Hälften derselben Verschiebung. Jede ist mehr wert, wenn die andere existiert. Eine ferngesteuerte Schleuse ist mehr wert, wenn die Schiffe, die sich ihr nähern, als vernetzte Systeme koordiniert werden können. Ein Schiff, das aus einem Remote Operation Center betrieben wird, profitiert von einem Netz, dessen Infrastruktur in Echtzeit gelesen und verwaltet werden kann.

Wo Seafar hineinpasst

Seafars Rolle in diesem Bild ist die Schiffsseite der Gleichung. Über ihre Remote-Operations-Plattform werden Binnenschiffe mit landgestützten Remote Operation Centers verbunden, in denen ausgebildete Remote Operators die Navigation in Echtzeit unterstützen. Ferngesteuerte Schiffe verkehren bereits im kommerziellen Dienst, darunter das erste ferngesteuerte Schiff in Belgien und das erste auf dem Rhein.

Was Remote Operations funktionieren lässt, ist nicht die Technologie allein. Es ist die Kombination aus Bordsystemen, sicherer Konnektivität, zertifizierten Operators und regulatorischer Genehmigung, ein Schiff vom Land aus zu betreiben. Diese operative und regulatorische Schicht macht aus einem vernetzten Schiff ein Schiff, das legal und sicher mit reduzierter Bordbesatzung fahren kann. Sie ist auch das, was die Schiffsseite mit einem sich digitalisierenden Netz kompatibel macht: Beide werden dafür gebaut, als vernetzte Systeme koordiniert, überwacht und verwaltet zu werden, statt isoliert.

Warum es für Flotteneigner wichtig ist

Für einen Flotteneigner ist die Bedeutung praktisch. Die Binnenschifffahrt steht vor einem strukturellen Mangel an qualifizierten Schiffsführern, und das traditionelle Betriebsmodell erreicht seine Grenzen. Eine digital koordinierte Wasserstraße, befahren von Schiffen, die vom Land aus betrieben werden können, ist die Umgebung, in der Flotten trotz dieses Mangels weiterfahren können. Die Digitalisierung, die Flows beschreibt, ist keine ferne Vision. Sie ist der operative Kontext, der jetzt Gestalt annimmt – auf den Korridoren, die diese Flotten bereits nutzen.

Berichterstattung wie diese ist ein nützlicher Referenzpunkt dafür, wohin die Branche geht. Wenn der Netzbetreiber und ein Smart-Shipping-Anbieter in derselben Geschichte erscheinen, signalisiert das, dass sich die digitale Verschiebung der Binnenschifffahrt auf beiden Seiten der Wasserlinie gleichzeitig vollzieht. Seafars Arbeit ist eine Hälfte davon. Das Ergebnis, dass sich Netz und Schiff in dieselbe Richtung bewegen, ist es, was die Zukunft der Binnenschifffahrt sichert.

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